Ausstellung ERINNERUNG
7. Juni 2021

Erinnerung

Am 16. Juni 2021 trafen sich 19 Gemeindemitglieder und zwei treue Freunde der Gemeinde aus den Vorständen des „Freundeskreises Israel in Regensburg und Oberbayern“ und der „Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Regensburg“ im Historischen Museum der Stadt Regensburg zu einer Führung durch die Ausstellung „Erinnerung - Kunst gegen das Vergessen. Bilder jüdischer Gefangener im KZ Flossenbürg“.

Sehr kompetent führte durch die Ausstellung ein weiterer treuer Freund der Jüdischen Gemeinde, Dr. Hans Simon-Pelanda, langjähriger Vorsitzender der „Arbeitsgemeinschaft ehemaliges KZ Flossenbürg“ und 1982 maßgeblich beteiligt an der (Wieder-)Entdeckung des KZ-Außenlagers Regensburg im ehemaligen Gasthaus Colosseum (Stadtamhof).

Obwohl die Gemeinde schon zwei Mal das KZ Flossenbürg besucht hatte, war zu Beginn der Führung eine knappe Einführung von Herrn Dr. Simon-Pelanda in die Geschichte des Konzentrationslagers und die von den Nationalsozialisten beabsichtigte Funktion zur „Vernichtung durch Arbeit“ sehr hilfreich. 

Er gab uns dann biographische und künstlerische Erläuterungen zu den ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern, deren Werke im Konzentrationslager oder nach der Befreiung der Insassen entstanden sind. Auch auf Parallelen zu christlicher Kunst, wie z.B. Triptycha oder Pieta, wurde hingewiesen.

Auch ein später entstandenes sehr beeindruckendes Werk von Tom Gefken (geboren 1960 in Bremen) war in der Ausstellung zu sehen, eine Vergrößerung seiner Wandinstallation mit einer Darstellung eines Lagerzauns: ein Bild ohne Rahmen umgeben von Rahmen ohne Bilder.

Die im Zaun nur als Schemen erkennbaren Figuren  lassen sich interpretieren als die Menschen, die in den leeren Bilderrahmen fehlen, dadurch ausgelöscht sind, der Erinnerung an sie beraubt sind.


Tom Gefken, Erinnerungen, 1994, Wandinstallation -

als gelungenes Beispiel künstlerischen Erinnerns und Gedenkens aus heutiger Sicht
http://www.arge-kz-flossenbuerg.de/ausstellung-erinnerung/tom-gefken

Nach der komprimierten Einführung war genügend Zeit vorhanden zur individuellen Betrachtung der Werke, wobei Dr. Simon-Pelanda bereitwillig für Rückfragen zur Verfügung stand.

Der gelungene Ausstellungsbesuch verstärkte durch die beeindruckenden und bewegenden Kunstwerke bei allen Teilnehmern die Verpflichtung „Nie wieder!“.