Pessach 5779
13. Mai 2019
Gedenken
13. Mai 2019

„Seidewig lebendig!…“

Drei Tage vor dem Holocaust-Gedenktag, den 28. April  2019  (23. Nissan  5779),  hat der Klub „Schalom“  den Überlebenden des Holocaust gewidmet.

Die traditionelle Veranstaltung wurde zum ersten Mal in dem Gemeindesaal der Neuen Synagoge durchgeführt. Das ist ein großes wunderbares Ereignis in der 19-jährigen Tätigkeit des Klubs (!).  In den ersten Reihen saßen die ehemaligen Gefangenen der national-sozialistischen Konzentrationslager,  die Überlebenden der Ghettos, die in Leningrad Blockierten, die Teilnehmer der Arbeitsfront. Unter ihnen: Genja Danziger (92), Lena Kanjekevitsch (94), Ljusja Kaplan (86), Klara Barska (81),  Leonid Podolski (87), Boris Wachs(87). Das älteste Mitglied der Gemeinde, die  KZ-Überlebende,  Frau Brenner Pola (99) konnte nicht kommen. Aber stattdessen kam hierher ihre Tochter Friedl (mit Ehemann)  aus Israel.

Wir hießen sie herzlich willkommen und gaben ihr das Geschenk für ihre Mutter. Das Vorstandsmitglied, Volodimir Barskyy, Leiter des Klub  „Schalom“, begrüßte von ganzem Herzen die Überlebenden, alle, die den Holocaust, Ermordung ihrer Verwandten, Ereignisse und Ergebnisse des Krieges gegen Nazismus überlebten, und wünschte ihnen gute Gesundheit, ein langes Leben, viel Erfolg, Wohlergehen und alles, alles Gute (!). Er bedankte sich herzlich bei allen Anwesenden: Bei den Mitgliedern der Gemeinde, bei den Vertretern der Öffentlichkeit, bei den deutschen Freunden, bei dem „Freundeskreis Israel in Regensburg“, bei der Gesellschaft für christlich–jüdische Zusammenarbeit, bei der Regensburger Gruppe RfP, bei den städtischen Prominenten. „Der zweite Weltkrieg“, betonte er, „war eine tragische, furchtbare und unvorstellbare Seite in der Geschichte der Menschheit. Das dürfen wir, besonders Jugendliche, nicht vergessen(!).

Wir dürfen die sechs Millionen ermordeter Juden nicht vergessen (!). Wir dürfen die ehemaligen Gemeindemitglieder, die Holocaust-Überlebenden, nicht vergessen (!). Wenn im Jahr 2008 wir 35 Überlebende hatten, dann sind es heute nur noch 20. Unser Otto Schwerdt, s.A., schrieb in seinem Buch ‚Wenn Gott und die Welt schliefen‘: „Erinnerung  - unsere Pflicht!“ Und wir erfüllen immer sein Vermächtnis. Herr Barskyy schlägt nun eine Schweigeminute vor. Und alle Anwesenden ehren das Gedenken an die Vernichteten und Verstorbenen – die Opfer des Faschismus- durch Erheben von den Plätzen (!) .Die Vorstandsmitglieder der Gemeinde ehrten die Helden der Veranstaltung mit Nelken und Geschenken.

Den Überlebenden und allen Gästen gratulierten die führenden Künstler des Stadttheaters Vera Egorova (Mezzosopran) und Natalia Woods-Scheludiakova (Flügel). Fast  zwei Stunden lang haben sie alle Zuschauer mit dem Konzert: „Seid ewig lebendig !…“ herrlich unterhalten. Alle Gäste haben sich an der phantastischen goldenen Stimmen der Sängerin, an der hoch professionellen Klavierbegleitung der Pianistin entzückt. Die  18  vorgetragenen Lieder, vor allem die Lieder „Das Schweigen“, „Arioso der Mutter“, „Wenn es nur den Krieg nicht gäbe…“, u.a. ließen niemanden im festlichen Saal gleichgültig und haben dem Publikum viel Freude und Spaß gemacht. Und das Lied „Sag, wie heißt du?“  sangen alle Zuhörer begeistert mit. Der Applaus für diesen unvergesslichen Nachmittag endete kaum, wobei immer Zwischenrufe „Soll immer Frieden sein!...“ erklangen. Am Ende wurden alle Zuhörer zum Imbiss mit Kuchen, Knabberei, Früchten, Israelischen Spezialitäten, Wasser, Saft und Wein  eingeladen.