

Chanukka in Regensburg – Ein starkes Zeichen von Licht, Wärme und Hoffnung
Licht ist mehr als nur Helligkeit. Es steht für Wärme, Geborgenheit, Hoffnung, Klarheit und Kontinuität. Genau diese Werte verkörpert Chanukka – und genau diese Botschaft war auch in diesem Jahr in der Jüdischen Gemeinde Regensburg deutlich zu spüren. Das Lichterfest wurde erneut zu einem kraftvollen Impuls für ein ganzes Jahr voller Zuversicht.
Rund 130 Gemeindemitglieder und Gäste nahmen an der Feier teil: Seniorinnen und Senioren, Familien mit kleinen Kindern sowie zahlreiche Jugendliche füllten den Gemeindesaal und sorgten für eine lebendige, generationsübergreifende Atmosphäre. Begleitet von schwungvoller Klezmer-Musik entstand eine heitere und herzliche Stimmung, die alle Anwesenden miteinander verband.
Selbstverständlich durfte auch die kulinarische Tradition nicht fehlen. Es wurden klassische Chanukka-Spezialitäten wie Latkes, Sufganiot und weiteres in Öl gebackenes Gebäck serviert – als Erinnerung an das Wunder des Öls. Wie bereits im vergangenen Jahr wurden diese Köstlichkeiten mit viel Hingabe von Herrn Persteiner, einem langjährigen Freund der Gemeinde, und seiner Frau vorbereitet. Ihr persönliches Engagement und ihre Herzlichkeit wurden von den Gästen besonders geschätzt.
Ein besonders berührender Moment war das Entzünden des ersten Chanukka-Lichts: Die Kinder der Gemeinde durften diese Ehre übernehmen. Anschließend sangen alle gemeinsam die Chanukka-Hymne „Ma’oz Tzur“. Dieser Augenblick machte deutlich, wofür Chanukka steht – für das Bekenntnis zur eigenen Identität, zu Traditionen und Werten und für die Hoffnung, dass Licht stärker ist als Dunkelheit.
Für die jüngsten Gäste gab es zahlreiche kreative Bastelstationen, an denen sie Kerzen, Chanukkiot und viele weitere Dinge gestalten konnten. Die Freude war groß, als jedes Kind zum Abschluss auch noch ein besonderes Geschenk erhielt.
Doch der Tag blieb nicht ohne ernste Töne. Während der Feier erreichten die Gemeinde traurige Nachrichten aus Australien. In Reaktion darauf organisierte die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit spontan eine Mahnwache neben der Synagoge. Viele Teilnehmende der Chanukka-Feier schlossen sich ihr unmittelbar an – ein starkes Zeichen der Solidarität und des gemeinsamen Gedenkens.
Gerade in dieser Verbindung von Freude und Nachdenklichkeit wurde die tiefere Bedeutung von Chanukka spürbar: für die eigenen Werte, Gebote und Traditionen einzustehen und das Licht bewusst in die Welt zu tragen. Dieses Licht – so die zentrale Botschaft des Abends – kann auch in schwierigen Zeiten Hoffnung schenken und helfen, die Dunkelheit zu vertreiben.
Rabbiner Benjamin Kochan