
Die Gedenkstunde, zu der die Stadt Regensburg jedes Jahr einlädt, fand diesmal in der Aula der Städtischen Berufsschule II statt. Musikalisch umrahmt wurde das Gedenken sehr einfühlsam durch das fünfköpfige Ensemble Grünthal.

In ihrer Begrüßung hob Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer besonders einen der letzten Zeitzeugen hervor, den anwesenden 93-jährigen Ernst Grube, der mit Applaus bedacht wurde. Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Regensburg, Ilse Danziger, ging in ihrem Grußwort auf einen Satz von Otto Schwerdt ein, dem 2007 verstorbenen Zeitzeugen und langjährigen Gemeindevorsteher, aus dessen Buch „Als Gott und die Welt schliefen“: „Die Erinnerung ist eine Pflicht gegenüber den Toten“. Ein Grußwort für das Bistum Regensburg übermittelte der römisch-katholische Stadtdekan Roman Gerl.
Im Hauptteil wurden die Schicksale von vier Opfern durch Nachgeborene (Tochter, Enkel, Großneffe bzw. Großnichte) vergegenwärtigt.
Zwei von ihnen, Franz Höhne (* 1904, † 1980) und Heinrich Bielawski (*1917, † 1997), überlebten Ghetto, Konzentrationslager sowie Zwangsarbeitslager bzw. Gefängnis; die beiden anderen nicht: Josef Bollwein (* 1904) wurde 1943 hingerichtet, Max Tröster (* 1897) verübte 1940 Selbstmord. Die Auswahl der Personen machte die große Vielfalt der Opfer in der Shoah deutlich: Juden, Behinderte, Homosexuelle, Sinti und Roma, politisch Andersdenkende.
Die Vorträge waren auch dadurch sehr bewegend, dass die Vortragenden als Angehörige der Opfer eine starke emotionale Verbindung mit denen, deren Schicksal sie schilderten, hatten und haben – unabhängig davon, ob sie ihre Angehörigen noch selbst kennengelernt hatten oder nicht.
Besonders berührend war zum Abschluss das Totengebet für die Verstorbenen durch Rabbiner Benjamin Kochan.
rr