
Gefördert vom Zentralrat der Juden in Deutschland bot die Jüdische Gemeinde Regensburg am Sonntag, 07. Juni 2026 ein wunderschönes Konzert mit jiddischen Liedern. Ilse Danziger, die Vorsitzende der Gemeinde, stellte uns die drei Künstler vor: Karsten Troyke mit seiner seltsam rauen Stimme hat einen Hang zu alten Chansons und Volksliedern. Die Themen seiner Konzerte sind jedoch ganz dem Heute gewidmet. Er sammelt Lieder von Mund zu Mund (z. B. Jiddische vergessene Lieder von Sara Bialas-Tenenberg), präsentiert Kabarett-Chansons, schreibt neue Texte und Nachdichtungen. Er weiß das Groteske mit dem Melancholischen zu verbinden und immer wieder mit Humor zu vermitteln. Seine raue, tiefe Stimme ist unverkennbar und bleibt dem Publikum in Erinnerung.
Daniel Weltlinger ist ein gefragter australisch-jüdischer Violinist, der seit Jahren seinen Lebensmittelpunkt in Berlin hat. Seine Verbundenheit mit der Musik der deutschen Sinti, seine klassische Ausbildung und das tiefe Verständnis der jüdischen Melodik macht sein Spiel unverwechselbar. Seine eigenen Projekte sind oft dem modernen Jazz und Hip Hop verpflichtet und so verbindet er in den jiddischen Konzerten uralte Melodien mit dem Lebensgefühl von heute.
Martin Buhl Staustrup ist ein außergewöhnlicher Bassist, einer von den ganz jungen, die den Jazz weiterleben lassen. Doch ist er auch offen für die eher einfachen Volkslieder, versteht den Humor von Chansons zu unterstützen, liebt Musik nicht um des Genre willen, sondern um ihrer Qualität willen. Seine Kraft und Tongenauigkeit tragen Troykes Lieder durch den Abend.
Die Musiker boten uns ein vielseitiges und pulsierendes und furioses, aber auch eindringliches und wehmütiges Potpourri von meist jidischen Liedern, so z.B. „tumbalalaika“, „hava nagila“, „bey mir biste scheyn“, „bring me to the end of love, „Jeruschala’im schel zehav“ u,v,a,m….. Zu unserer großen Überraschung und Freude trat zwischendurch die Mutter von Daniel Weltlinger, die auch im Publikum saß, mehrmals auf die Bühne und sang für uns einige, teils eigen-komponierte Lieder. Das Publikum bedankte sich für das tief berührende Konzert mit langem und sehr großem Applaus.