

Die Befreiung des Konzentrationslagers Dachau durch die Soldaten der 7. US-Armee erfolgte am 29. April 1945. Dieses Ereignis wird am jeweils nächstgelegenen Sonntag mit einer Gedenkstunde verschiedener Gruppen gewürdigt, so auch der jüdischen Gemeinden in Bayern. Deshalb fuhren zum 81. Jahrestag auch in diesem Jahr 51 Angehörige und Freunde der Jüdischen Gemeinde Regensburg nach Dachau.

Die Gedenkstunde hatte den bewährten Ablauf: Der Vorsitzende des Landesverbandes der israelitischen Kultusgemeinden, Herr Dr. Joseph Schuster, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Er betonte in seiner kurzen Rede den Unterschied zwischen Erinnern und Gedenken – Erinnern als eher passives Geschehen und Gedenken als bewusster und oft schmerzhafter Akt des Denkens an konkrete Menschen und Ereignisse. Dachau bezeichnete er als „Blaupause für den gesamten national-sozialistischen Terror“. Eine weitere Ansprache hielt dann die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Frau Dr. h.c. Charlotte Knobloch, die das Gedenken sogar als eine moralische Pflicht bezeichnete. Für die jüdische Jugend in Bayern berichtete Samuel über seinen Großvater Israel Offman, der die Shoah überlebte, wobei er in insgesamt acht Konzentrationslagern, darunter auch Dachau, inhaftiert war. Sophia, Schülerin des Helene-Habermann-Gymnasiums in München, richtete den Blick auf die Zukunft und vermittelte einen Eindruck von ihrer Schule, eines Gymnasiums in der Trägerschaft der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Rabbiner aus Erlangen ging vor dem „El male rachamim“ und dem Kaddisch auf den Text und Sinn dieser Gebete ein. Abschließend entzündeten viel Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Yahrzeit-Kerze im Gedenken an alle Opfer der Shoah.
Die Fahrt der Regensburger Gruppe ging dann nach Garching bei München zur so genannten „ESO Supernova“, dem Besucherzentrum des Europäischen Süd-Observatoriums, das in Südamerika in den Anden und in der Atacama-Wüste seit 1966 vier große Sternwarten betreibt und weiterentwickelt. Die einstündige Show im Planetarium ging auch auf mögliches Leben außerhalb unseres Sonnensystems ein, was die Mitreisenden in der umfangreichen, museumspädagogisch hervorragend aufbereiteten Ausstellung anschließend vertiefen konnten.
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