
Am 30. September war Arye Sharuz Shalicar zu Gast in der Jüdischen Gemeinde Regensburg. Sein Vortrag stieß auf großes Interesse und war sehr gut besucht. Im Mittelpunkt standen seine persönliche Lebensgeschichte und die Frage, was es bedeutet, als Jude in Deutschland und in Israel zu leben. Die zahlreichen Fragen aus dem Publikum sorgten für einen lebendigen Austausch.
Shalicar wurde 1977 als Sohn persisch-jüdischer Eltern in Berlin geboren und wuchs dort auf. Schon in jungen Jahren machte er Erfahrungen mit Antisemitismus. Diese prägten seinen weiteren Lebensweg und trugen zu seiner Entscheidung bei, 2001 nach Israel auszuwandern. Dort fand er nach eigener Aussage etwas, das für ihn besonders wichtig ist: die Freiheit, als Jude zu leben und sich nicht ständig erklären oder rechtfertigen zu müssen.
In seinem Vortrag sprach Shalicar offen über seine Erlebnisse in Deutschland und darüber, wie er in Israel eine neue Heimat fand. Dabei ging es weniger um politische Analysen als um persönliche Erfahrungen, Identität und Zugehörigkeit.
Arye Sharuz Shalicar ist Schriftsteller und Nahost-Experte. Von 2009 bis 2016 war er Sprecher der israelischen Armee (IDF). Nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 kehrte er als Reservist in diese Funktion zurück. Neben seiner beruflichen Tätigkeit schreibt er Bücher und berichtet in seinem Podcast „Nahost Pulverfass – Kriegsbericht aus Israel“ über die Entwicklungen in Israel.
Der Abend in der Jüdischen Gemeinde bot Gelegenheit, Shalicar nicht nur als Experten, sondern auch als Menschen mit einer bewegenden Lebensgeschichte kennenzulernen. Das große Interesse und die vielen Fragen zeigten, wie sehr seine persönlichen Erfahrungen die Zuhörer beschäftigten.
I.G.